Das vegetative Nervensystem steuert die automatischen Abläufe im Körper, etwa Herzfrequenz, Verdauung und Pupillenweite. Seine beiden Teile wirken meist in entgegengesetzte Richtungen, um das Gleichgewicht zu halten.
Sympathikus
Sympathische Nerven verlassen das Rückenmark in den Brust- und oberen Lendensegmenten (T1 bis L2). Sie bereiten den Körper auf Aktivität vor und nutzen am Zielorgan vor allem Noradrenalin.
Parasympathikus
Parasympathische Nerven entspringen dem Hirnstamm, vor allem über den Nervus vagus, und dem sakralen Rückenmark (S2 bis S4). Sie fördern Ruhe und Verdauung und nutzen am Zielorgan Acetylcholin.
Kette aus zwei Neuronen
Beide Teile nutzen zwei hintereinandergeschaltete Neurone, die in einem Ganglion verbunden sind, und das erste Neuron setzt immer Acetylcholin frei. Sympathische Ganglien liegen nahe am Rückenmark, parasympathische nahe am Organ oder im Organ.
Doppelte Steuerung
Die meisten Organe werden von beiden Teilen versorgt, und das Gleichgewicht zwischen ihnen bestimmt die Aktivität. In Ruhe steht das Herz unter starkem Vagustonus, deshalb liegt die Ruhefrequenz unter der Eigenfrequenz des Sinusknotens von etwa 100.
| Organ | Sympathikus | Parasympathikus |
|---|---|---|
| Herz | Schneller und kräftiger | Langsamer |
| Pupillen | Weit | Eng |
| Atemwege | Erweitert | Verengt, mehr Schleim |
| Darm | Verlangsamt | Fördert die Verdauung |
| Blase | Hält den Urin | Entleert sich |
Am Krankenbett
Orthostatische Vitalzeichen prüfen, wie gut der Sympathikus beim Aufstehen die Gefäße verengt und die Herzfrequenz steigert. Eine abgeschwächte Antwort spricht für Volumenmangel, Medikamente oder eine autonome Störung.
Passende Anleitungen
Von Making Synapses verfasst. Themenreferenz: OpenStax, Anatomy and Physiology 2e (kein Text übernommen).