Das Akustikusneurinom, auch Vestibularisschwannom genannt, ist ein langsam wachsender gutartiger Tumor der Nervenscheide des Nervus vestibulocochlearis. Es verursacht typischerweise einen Hörverlust auf einem Ohr und kann bei Größe auf benachbarte Nerven und den Hirnstamm drücken.
Leitsymptome
- Langsam zunehmender Hörverlust auf einem Ohr
- Ohrgeräusch (Tinnitus) auf derselben Seite
- Eher Unsicherheit als echter Drehschwindel
- Taubheitsgefühl im Gesicht oder selten Gesichtsschwäche bei größeren Tumoren
- Kopfschmerzen bei sehr großen Tumoren
Befunde bei der Untersuchung
- Otoskopie meist unauffällig
- Weber lateralisiert ins gesunde Ohr; Rinne beidseits positiv (Schallempfindungsstörung)
- Hirnnerven V und VII: Kornealreflex und Gesichtsmuskelkraft
- Gang, Gleichgewicht und Kleinhirnzeichen
Diagnostik
- Audiogramm: asymmetrische Schallempfindungsschwerhörigkeit mit schlechtem Sprachverstehen
- MRT der inneren Gehörgänge mit Gadolinium, die Methode der Wahl
- Hirnstammaudiometrie (BERA), wenn kein MRT möglich ist
- Bei jungen Patienten auf beidseitige Tumoren achten (Neurofibromatose Typ 2)
Grundlagen der Behandlung
- Kleiner, stabiler Tumor: Beobachtung mit MRT- und Hörkontrollen
- Stereotaktische Radiochirurgie bei kleinen bis mittleren wachsenden Tumoren
- Mikrochirurgische Entfernung bei großen Tumoren oder Hirnstammkompression
- Hörrehabilitation: Hörgeräte oder Implantatversorgung
Warnzeichen
- Plötzlicher einseitiger Hörverlust, der dringend abgeklärt werden muss
- Gesichtsschwäche, zunehmendes Taubheitsgefühl im Gesicht oder Schluckbeschwerden
- Kopfschmerzen, Erbrechen oder Sehstörungen als Hinweis auf erhöhten Hirndruck
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations. Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.