Eine chemische Verätzung entsteht, wenn eine Säure, Lauge oder ein anderer Industriestoff die Haut schädigt, und die Schädigung geht weiter, bis die Chemikalie entfernt ist. Laugen dringen oft tiefer ein als Säuren, daher ist die frühe, lange Spülung mit Wasser die wichtigste Behandlung.
Leitsymptome
- Brennender Schmerz, Rötung und Blasen
- Grau, weiß oder schwarz aussehende Haut
- Augenschmerz und verschwommenes Sehen nach einem Spritzer
- Husten oder Atemnot nach Einatmen von Dämpfen
Befunde bei der Untersuchung
- Sicherheit am Einsatzort und persönliche Schutzausrüstung; die Chemikalie identifizieren
- Ausdehnung und Tiefe der Verätzung; tiefer, als sie zunächst aussieht
- Augen, Mund und Atemweg
- Zeichen einer systemischen Vergiftung, etwa bei Flusssäure
Diagnostik
- Sicherheitsdatenblatt und Giftnotruf für den jeweiligen Stoff
- Haut-pH nach der Spülung
- Kalzium, Magnesium und EKG bei Flusssäure
- Elektrolyte und Nierenfunktion bei großen Verätzungen
Grundlagen der Behandlung
- Kontaminierte Kleidung und Schmuck entfernen
- Trockenes Pulver abbürsten, dann mindestens 20 Minuten reichlich mit Wasser spülen
- Die Augen kontinuierlich mit Kochsalzlösung oder Wasser spülen
- Kalziumglukonat-Gel bei Verätzungen durch Flusssäure
- Mit trockenen Verbänden abdecken, Schmerzmittel geben und in ein Verbrennungszentrum überweisen
Warnzeichen
- Kontakt mit Flusssäure
- Beteiligung der Augen
- Atembeschwerden oder große betroffene Fläche
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Passende Anleitungen
Quellen: NASEMSO National Model EMS Clinical Guidelines; National EMS Education Standards (2021). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.