Eine Hornhauterosion ist ein Kratzer auf der klaren Vorderfläche des Auges, oft durch einen Fingernagel, einen Ast, einen Schminkpinsel oder eine Kontaktlinse. Sie ist sehr schmerzhaft und heilt meist in 1 bis 3 Tagen, sobald Infektion und ein versteckter Fremdkörper ausgeschlossen sind.
Leitsymptome
- Plötzliche Augenschmerzen nach einer bekannten Verletzung
- Gefühl, etwas im Auge zu haben
- Tränen und Rötung
- Lichtempfindlichkeit
- Leicht verschwommenes Sehen
Befunde bei der Untersuchung
- Sehschärfe vor allem anderen
- Schmerzlinderung durch einen Tropfen Lokalanästhetikum stützt die Diagnose
- Fluoreszeinfärbung im Blaulicht: leuchtend grüner Defekt
- Oberlid ektropionieren und nach Fremdkörper suchen; senkrechte Kratzer sprechen dafür
- Pupillenform und Vorderkammer, um eine perforierende Verletzung auszuschließen
Diagnostik
- Meist nichts außer der Fluoreszeinuntersuchung
- Seidel-Test, wenn eine perforierende Verletzung möglich ist
- CT der Orbita bei möglichem Metallsplitter mit hoher Geschwindigkeit (kein MRT)
Grundlagen der Behandlung
- Lokales Antibiotikum wie Erythromycin-Salbe oder Tropfen mit Polymyxin B und Trimethoprim
- Kontaktlinsenträger: Fluorchinolon-Tropfen gegen Pseudomonas, keine Linsen bis zur Heilung
- Schmerztherapie mit Paracetamol oder Ibuprofen oral; NSAR-Augentropfen können helfen
- Kein Verband und kein Lokalanästhetikum zum Mitnehmen
- Kontrolle nach 24 bis 48 Stunden, wenn groß, zentral oder ohne Besserung
Warnzeichen
- Sehverlust oder tropfenförmige Pupille, Zeichen einer perforierenden Verletzung
- Weißes Infiltrat auf der Hornhaut, Zeichen eines Ulkus
- Verletzung durch Metall mit hoher Geschwindigkeit oder Verätzung
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; AAMC Core Entrustable Professional Activities (Core EPAs). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.