Ein Hornhautulkus ist eine offene Wunde der Hornhaut mit Infektion oder Entzündung, meist bakteriell und eng verbunden mit Kontaktlinsen, Verletzungen oder einer geschädigten Augenoberfläche. Es ist ein augenärztlicher Notfall, weil es die Hornhaut perforieren oder eine Narbe hinterlassen kann, die das Sehen dauerhaft trübt.
Leitsymptome
- Augenschmerzen und Rötung
- Verschwommenes oder vermindertes Sehen
- Lichtempfindlichkeit
- Sekret und Tränen
- Gefühl, etwas im Auge zu haben
Befunde bei der Untersuchung
- Sehschärfe
- Weißes oder graues Infiltrat auf der Hornhaut mit darüberliegendem, fluoreszeinpositivem Defekt
- Ziliare Injektion und geschwollene Lider
- Hypopyon in der Vorderkammer bei schweren Fällen
- Nach Ursachen suchen: Kontaktlinsen, Lidprobleme, trockenes Auge, unvollständiger Lidschluss
Diagnostik
- Hornhautabstrich für Gram-Färbung und Kultur möglichst vor Beginn der Tropfen
- Pilz- und Akanthamöbenkultur nach Pflanzenverletzung oder Wasserkontakt
- Herpes-Test bei verzweigtem (dendritischem) Muster
Grundlagen der Behandlung
- Überweisung zur Augenheilkunde am selben Tag
- Intensive antibiotische Tropfen: Moxifloxacin oder angereichertes Vancomycin und Tobramycin bei schweren Ulzera
- Zykloplegische Tropfen wie Cyclopentolat gegen Schmerzen
- Kontaktlinsen absetzen, kein Verband
- Kortisontropfen nur durch die Augenheilkunde, wenn die Infektion kontrolliert ist
Warnzeichen
- Verdünnte Hornhaut oder Flüssigkeitsaustritt (positiver Seidel-Test)
- Hypopyon oder sich rasch ausbreitendes Infiltrat
- Verschlechterung trotz 24 bis 48 Stunden Behandlung
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; AAMC Core Entrustable Professional Activities (Core EPAs). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.