Ein fokaler Anfall beginnt in einem Bereich einer Großhirnhälfte, daher hängen seine Zeichen von der betroffenen Region ab. Das Bewusstsein kann erhalten oder gestört sein, und der Anfall kann sich zu einem bilateral tonisch-klonischen Anfall ausbreiten.
Leitsymptome
- Aura: aufsteigendes Gefühl aus dem Magen, Déjà-vu, seltsamer Geruch oder Angst
- Zuckungen oder Versteifung eines Arms, Beins oder einer Gesichtshälfte
- Starrer Blick mit Schmatzen oder nestelnden Händen
- Danach Verwirrtheit ohne Erinnerung an das Ereignis
Befunde bei der Untersuchung
- Neurologische Untersuchung auf fokale Ausfälle
- Vorübergehende Schwäche nach dem Anfall (Todd-Parese)
- Zungenbiss, Verletzungen und Vitalzeichen
- Beschreibung des Ereignisses durch Zeugen
Diagnostik
- EEG zum Nachweis fokaler epilepsietypischer Aktivität
- MRT des Gehirns mit Epilepsie-Protokoll
- Glukose, Elektrolyte, toxikologisches Screening
- CT des Kopfes in der Notaufnahme bei neuem Ausfall oder Trauma
Grundlagen der Behandlung
- Erste Hilfe: vor Verletzungen schützen, Anfallsdauer messen
- Antiepileptikum wie Lamotrigin oder Levetiracetam bei wiederholten Anfällen oder einem ersten Anfall mit Risikofaktoren
- Fahrverbot und Sicherheitsberatung nach den geltenden Vorschriften
- Epilepsiechirurgie oder Neurostimulation bei pharmakoresistenten Fällen
Warnzeichen
- Anfall über 5 Minuten oder wiederholte Anfälle ohne Erholung
- Neuer fokaler Anfall mit Fieber, Kopfschmerzen oder neuem Ausfall
- Erster Anfall in der Schwangerschaft oder nach einer Kopfverletzung
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; AAMC Core Entrustable Professional Activities (Core EPAs). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.