Die Gynäkomastie ist eine gutartige Vergrößerung des Brustdrüsengewebes beim Mann durch ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Testosteron. Sie ist bei Neugeborenen, in der Pubertät und im Alter normal, kann aber auch durch Medikamente, Leber- oder Nierenerkrankungen und hormonbildende Tumoren entstehen.
Leitsymptome
- Gummiartige Schwellung unter einer oder beiden Brustwarzen
- Druckempfindliche Brust, vor allem zu Beginn
- Scham oder Belastung wegen des Aussehens
- Mögliche Hinweise: Libidoverlust, Alkohol- oder Drogenkonsum, anabole Steroide
Befunde bei der Untersuchung
- Fester Gewebsteller zentral unter dem Warzenhof
- Durch Zusammenkneifen von Fettgewebe (Pseudogynäkomastie) unterscheiden
- Hodenuntersuchung auf Knoten oder kleine Hoden
- Zeichen von Lebererkrankung, Hyperthyreose oder Hypogonadismus
Diagnostik
- Medikamentenanamnese: Spironolacton, Finasterid, Antiandrogene, Cannabis
- Testosteron, LH, Östradiol und hCG außerhalb der Pubertät
- Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte
- Hodenultraschall bei Knoten oder hohem hCG; Mammografie bei Krebsverdacht
Grundlagen der Behandlung
- Beruhigung und Beobachtung bei pubertärer Gynäkomastie
- Auslösendes Medikament absetzen oder Grunderkrankung behandeln
- Tamoxifen bei schmerzhaften oder frischen Fällen
- Operation bei lange bestehenden oder ausgeprägten Fällen
Warnzeichen
- Harter, fixierter, einseitiger Knoten oder Veränderung der Brustwarze (Mammakarzinom beim Mann)
- Knoten im Hoden
- Rasches Wachstum mit Zeichen eines hormonbildenden Tumors
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; AAMC Core Entrustable Professional Activities (Core EPAs). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.