Eine Hypoglykämie ist ein zu niedriger Blutzucker, meist unter 70 mg/dL, und tritt vor allem bei Menschen auf, die Insulin oder Sulfonylharnstoffe nehmen. Das Gehirn ist auf Glukose angewiesen, daher kann eine schwere Unterzuckerung ohne rasche Behandlung Krampfanfälle, Koma und Tod verursachen.
Leitsymptome
- Zittern, Schwitzen und Herzrasen
- Hunger, Angst und Reizbarkeit
- Verwirrtheit, seltsames Verhalten oder verwaschene Sprache
- Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit in schweren Fällen
Befunde bei der Untersuchung
- Atemweg, Atmung, Kreislauf und Bewusstseinslage
- Blasse, kühle, schweißige Haut; schneller Puls
- Neurologischer Check: eine einseitige Schwäche kann einen Schlaganfall vortäuschen
- Nach Hinweisen suchen: Insulinpumpe, Notfallausweis, Alkohol, Verletzungszeichen
Diagnostik
- Kapillärer Blutzucker: unter 70 mg/dL ist niedrig, unter 54 mg/dL ist schwerwiegend
- Blutzucker 15 Minuten nach der Behandlung erneut messen
- Im Krankenhaus: Ursache suchen, etwa Nierenfunktion, Medikamente, Infektion oder Alkohol
Grundlagen der Behandlung
- Wach und schluckfähig: 15 bis 20 g Glukose oral, danach eine Zwischenmahlzeit
- Kann nicht sicher schlucken: Glukose i.v., zum Beispiel D10
- Kein i.v.-Zugang: Glukagon intramuskulär oder als Nasenspray
- Blutzucker erneut messen und Behandlung wiederholen, wenn er niedrig bleibt
- Langwirksames Insulin oder Sulfonylharnstoffe: länger überwachen, die Unterzuckerung kann wiederkehren
Warnzeichen
- Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit
- Niedriger Blutzucker, der immer wiederkehrt
- Nimmt Sulfonylharnstoff oder langwirksames Insulin und will den Transport ablehnen
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Quellen: NASEMSO National Model EMS Clinical Guidelines; NREMT psychomotor skill sheets (EMT and Paramedic); National EMS Education Standards (2021). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.