Die intrazerebrale Blutung ist eine Blutung direkt in das Hirngewebe, meist durch langjährigen Bluthochdruck oder ein gerinnungshemmendes Medikament. Das Hämatom kann in den ersten Stunden wachsen und den Druck im Schädel erhöhen, deshalb sind schnelle Diagnose und Behandlung entscheidend.
Leitsymptome
- Plötzliche Schwäche oder Taubheit einer Körperseite
- Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen
- Starke Kopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen
- Schläfrigkeit oder Bewusstlosigkeit
Befunde bei der Untersuchung
- Atemwege, Atmung und Bewusstseinslage mit der Glasgow-Koma-Skala
- Schlaganfallskala mit fokalen Defiziten
- Sehr hoher Blutdruck ist häufig
- Pupillen und Zeichen einer Einklemmung
Diagnostik
- Sofortiges CT des Kopfes ohne Kontrastmittel: helles Areal aus Blut
- Gerinnungswerte (INR, aPTT), Thrombozyten und Blutzucker
- CT-Angiographie zur Suche nach Aneurysma, Fehlbildung oder Spot Sign
- Nach Gerinnungshemmern und dem Zeitpunkt fragen, an dem der Patient zuletzt unauffällig war
Grundlagen der Behandlung
- Systolischen Blutdruck mit Nicardipin oder Labetalol auf etwa 140 mmHg senken
- Gerinnungshemmung aufheben: Prothrombinkomplex-Konzentrat mit Vitamin K bei Warfarin, spezifisches Antidot bei DOAKs
- Oberkörper hochlagern und Atemwege sichern
- Neurochirurgisches Konsil bei großen oder Kleinhirnblutungen oder Hydrozephalus
Warnzeichen
- Sinkender Wert auf der Glasgow-Koma-Skala
- Eine weite, lichtstarre Pupille
- Blutung unter einem Gerinnungshemmer
In Making Synapses üben
Making Synapses-Fälle
Passende Anleitungen
Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; NASEMSO National Model EMS Clinical Guidelines. Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.