Die Stauungspapille ist eine Schwellung beider Sehnervenpapillen durch erhöhten Druck im Schädel. Sie ist ein Warnzeichen für Tumor, Blutung, Sinusvenenthrombose oder idiopathische intrakranielle Hypertension und erfordert eine dringende Abklärung.
Leitsymptome
- Kopfschmerzen, oft schlimmer im Liegen oder morgens
- Übelkeit und Erbrechen
- Kurze Grau- oder Schwarzsehepisoden von wenigen Sekunden
- Pulssynchrones Rauschen in den Ohren
- Doppelbilder
Befunde bei der Untersuchung
- Funduskopie: unscharfe Papillenränder, prominente Papillen, fehlender Venenpuls
- Meist sind beide Augen betroffen
- Sehschärfe anfangs oft normal; vergrößerter blinder Fleck im Gesichtsfeld
- Abduzensparese: Auge lässt sich schlecht nach außen bewegen
- Vollständige neurologische Untersuchung und Blutdruck
Diagnostik
- Dringende Bildgebung des Gehirns: MRT mit MR-Venografie oder CT, wenn kein MRT verfügbar ist
- Lumbalpunktion nach der Bildgebung: Eröffnungsdruck und Liquoranalyse
- Formale Gesichtsfeldprüfung
- Blutdruck, um einen hypertensiven Notfall auszuschließen
Grundlagen der Behandlung
- Ursache behandeln: Tumor, Blutung, Sinusvenenthrombose, Infektion
- Idiopathische intrakranielle Hypertension: Gewichtsabnahme und Acetazolamid
- Medikamente absetzen, die den Druck erhöhen können, etwa Tetrazykline oder zu viel Vitamin A
- Optikusscheidenfensterung oder Shunt, wenn das Sehen bedroht ist
- Engmaschige Kontrollen mit Gesichtsfeldern
Warnzeichen
- Benommenheit, Krampfanfall oder fokale Schwäche
- Rasch abnehmendes Sehen oder Gesichtsfeldausfall
- Sehr hoher Blutdruck mit Kopfschmerzen und Verwirrtheit
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; AAMC Core Entrustable Professional Activities (Core EPAs). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.