Ein vorzeitiger Blasensprung bedeutet, dass die Fruchtblase vor Wehenbeginn platzt; geschieht das vor der 37. Woche, spricht man von einem frühen vorzeitigen Blasensprung. Die Hauptrisiken sind Infektion, Nabelschnurvorfall und Frühgeburt.
Leitsymptome
- Plötzlicher Schwall oder ständiges Tröpfeln klarer Flüssigkeit aus der Scheide
- Immer wieder nasse Unterwäsche
- Wehen, die folgen können oder nicht
- Fieber oder übelriechende Flüssigkeit bei Infektion
Befunde bei der Untersuchung
- Steriler Spekulumbefund: Flüssigkeitsansammlung in der Scheide
- Keine digitale Untersuchung, außer unter Wehen
- Temperatur, mütterliche Herzfrequenz und CTG
- Uterusdruckschmerz spricht für eine intraamniale Infektion
Diagnostik
- Nitrazintest (Papier färbt sich blau) und Farnkrautphänomen unter dem Mikroskop
- Ultraschall zu Fruchtwassermenge und Kindslage
- Abstrich auf Streptokokken der Gruppe B bei unbekanntem Status
- Kontinuierliches CTG
Grundlagen der Behandlung
- Ab 37 Wochen: Geburtseinleitung, meist mit Oxytocin
- 34 bis 36 Wochen: Entbindung oder abwartendes Vorgehen nach gemeinsamer Entscheidung
- Unter 34 Wochen: abwartendes Vorgehen mit Antibiotika (Ampicillin plus Azithromycin oder Erythromycin) und Betamethason
- Magnesiumsulfat zur fetalen Neuroprotektion unter 32 Wochen
- Penicillin zur GBS-Prophylaxe, wenn angezeigt
Warnzeichen
- Fieber, Uterusdruckschmerz oder übelriechende Flüssigkeit (intraamniale Infektion)
- Nabelschnur in der Scheide sichtbar oder tastbar: Nabelschnurvorfall, ein Notfall
- Auffälliges CTG oder vaginale Blutung
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; AAMC Core Entrustable Professional Activities (Core EPAs). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.