Die Hodentorsion ist eine Verdrehung des Samenstrangs, die die Blutversorgung des Hodens unterbricht, meist bei Jugendlichen mit einer Glockenschwengel-Anomalie. Sie ist ein chirurgischer Notfall, denn die Chance, den Hoden zu retten, sinkt nach etwa 6 Stunden deutlich.
Leitsymptome
- Plötzlicher, starker Schmerz in einem Hoden, oft beim Aufwachen oder nach Anstrengung
- Übelkeit und Erbrechen
- Schmerzen im Unterbauch oder in der Leiste, bei Jungen manchmal die einzige Beschwerde
- Frühere kurze Schmerzepisoden, die von selbst vergingen
Befunde bei der Untersuchung
- Hochstehender, quer liegender Hoden
- Fehlender Kremasterreflex auf der betroffenen Seite
- Geschwollener, sehr druckschmerzhafter Hoden
- Bauch und beide Leisten auf andere Ursachen untersuchen
Diagnostik
- Bei typischem Bild die Operation nicht für Untersuchungen verzögern
- Farbdoppler-Ultraschall des Hodens: verminderter oder fehlender Fluss, verdrehter Samenstrang (Whirlpool-Zeichen)
- TWIST-Score zur Risikoabschätzung
- Urinstatus, meist normal, hilft bei der Abgrenzung zur Epididymitis
Grundlagen der Behandlung
- Notfallmäßige urologische Vorstellung und operative Freilegung
- Detorsion und Fixierung beider Hoden (beidseitige Orchidopexie)
- Orchiektomie, wenn der Hoden nicht mehr lebensfähig ist
- Manuelle Detorsion, nach außen gedreht wie beim Öffnen eines Buches, bis zur Operation
- Schmerztherapie und Nahrungskarenz
Warnzeichen
- Plötzlicher Hodenschmerz mit Erbrechen bei einem Jungen oder jungen Mann
- Fehlender Kremasterreflex mit hochstehendem Hoden
- Schmerzen seit mehr als 6 Stunden
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; NASEMSO National Model EMS Clinical Guidelines. Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.