Die ventrikuläre Tachykardie ist ein schneller Rhythmus aus den Herzkammern, der im EKG als breite QRS-Komplexe mit einer Frequenz über 100 erscheint. Sie tritt meist bei struktureller Herzerkrankung auf, etwa einer Narbe nach altem Infarkt oder einer Kardiomyopathie, und kann zum Kollaps führen oder in Kammerflimmern übergehen.
Leitsymptome
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Schwindel oder Ohnmacht
- Brustschmerz oder Atemnot
- Plötzlicher Kollaps ohne Puls
Befunde bei der Untersuchung
- Zuerst den Puls prüfen
- Blutdruck, Bewusstseinslage und Schockzeichen
- Zeichen der Herzinsuffizienz: Rasselgeräusche, erhöhter Jugularvenendruck
- Vorgeschichte mit Herzinfarkt, Kardiomyopathie oder Herzoperation
Diagnostik
- 12-Kanal-EKG wenn stabil: regelmäßiger breiter QRS ab 120 ms, AV-Dissoziation, Capture- oder Fusionsschläge
- Kalium und Magnesium
- Troponin und Echokardiografie zur Suche nach Ischämie und zur Beurteilung der Pumpfunktion
- Elektrophysiologische Untersuchung bei ausgewählten Patienten
Grundlagen der Behandlung
- Kein Puls: CPR und Defibrillation wie bei Kammerflimmern
- Mit Puls, aber instabil: synchronisierte Kardioversion
- Stabil: Amiodaron 150 mg i.v. über 10 Minuten oder Procainamid, mit fachlicher Beratung
- Kalium und Magnesium ausgleichen und Ischämie behandeln
- Langfristig: ICD, Betablocker oder Katheterablation
Warnzeichen
- Kein Puls: CPR beginnen und defibrillieren
- Niedriger Blutdruck, Brustschmerz, Verwirrtheit oder Schock
- Jede Breitkomplextachykardie als VT behandeln, bis das Gegenteil bewiesen ist
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Quellen: AHA Guidelines for CPR and ECC; NASEMSO National Model EMS Clinical Guidelines; NCCPA PANCE Content Blueprint. Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.