Eine Wirbelkompressionsfraktur ist ein Einbruch des vorderen Anteils eines Wirbelkörpers, meist in der Brust- oder oberen Lendenwirbelsäule. Sie entsteht in der Regel durch Osteoporose nach geringer Belastung, kann aber auch nach schwerem Trauma oder durch einen Tumor im Knochen auftreten.
Leitsymptome
- Plötzliche Schmerzen im mittleren oder unteren Rücken nach leichtem Heben, Husten oder Sturz
- Schmerz schlimmer im Stehen oder Gehen, besser im Liegen
- Größenverlust und gebeugte Haltung
- Manchmal keine Symptome; Zufallsbefund im Röntgen
Befunde bei der Untersuchung
- Punktueller Klopf- oder Druckschmerz über dem Dornfortsatz
- Verstärkte Rundung des oberen Rückens (Kyphose)
- Neurologische Untersuchung der Beine: Kraft, Sensibilität, Reflexe
- Fragen nach Blasen- und Darmkontrolle
Diagnostik
- Röntgen der Wirbelsäule: keilförmiger Wirbel
- MRT bei neurologischen Zeichen, unklarem Frakturalter oder Verdacht auf Tumor oder Infektion
- DXA-Messung der Knochendichte
- Kalzium, Vitamin D, Nierenfunktion; Blutbild und Eiweißdiagnostik, wenn Krebs möglich ist
Grundlagen der Behandlung
- Schmerztherapie mit Paracetamol und NSAR, bei Bedarf kurzzeitig Opioide
- Kurze Schonung, dann frühe Mobilisation; bei manchen Patienten ein Korsett zur Entlastung
- Osteoporose behandeln: Kalzium, Vitamin D und ein Bisphosphonat wie Alendronat
- Calcitonin kann akute Schmerzen einige Wochen lang lindern
- Sturzprävention; Vertebroplastie oder Kyphoplastie bei ausgewählten anhaltenden Schmerzen
Warnzeichen
- Schwäche oder Taubheit der Beine oder Veränderungen bei Blase oder Darm
- Fieber, Krebs in der Vorgeschichte oder Gewichtsverlust
- Fraktur nach schwerem Trauma oder bei jungen Patienten
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Quellen: NCCPA PANCE Content Blueprint; NBOME COMLEX-USA clinical presentations; AAMC Core Entrustable Professional Activities (Core EPAs). Von Making Synapses verfasst. Making Synapses ist mit diesen Organisationen nicht verbunden.